Ausstattung und Eigensicherung mit Tourniquets
DPolG Berlin fordert Tourniquets als persönliche Ausstattung für Einsatzkräfte
Bei schweren Verletzungen können wenige Minuten über Leben und Tod entscheiden. Der Anschlag im Umfeld des Berliner CSD hat erneut gezeigt, wie unvermittelt Einsatzkräfte mit lebensbedrohlichen Verletzungen und einer Vielzahl von Opfern konfrontiert werden können. Die DPolG Berlin fordert deshalb, alle operativ eingesetzten Kolleginnen und Kollegen persönlich mit Tourniquets auszustatten – einschließlich der notwendigen Fortbildung für deren fachgerechte Anwendung.
Einsatzkräfte müssen sofort handlungsfähig sein
Polizeiliche Einsatzlagen sind nicht planbar. Innerhalb weniger Augenblicke können Kolleginnen und Kollegen mit Schwerverletzten und lebensbedrohlichen Blutungen konfrontiert sein. Gerade bei Anschlägen, Gewalttaten oder anderen größeren Schadenslagen gehören Polizeikräfte regelmäßig zu den ersten Einsatzkräften am Ort des Geschehens.
Der Anschlag im Umfeld des Berliner CSD hat diese Realität erneut vor Augen geführt. Für die DPolG Berlin folgt daraus eine klare Konsequenz: Wer täglich auf Berlins Straßen im Einsatz ist, muss auch persönlich über die Ausrüstung verfügen, die im Ernstfall zur unmittelbaren Versorgung schwerster Blutungen benötigt wird.
„Wer auf der Straße seinen Dienst versieht, muss für solche Einsatzlagen bestmöglich ausgestattet sein. Deshalb fordern wir die persönliche Ausstattung aller operativen Einsatzkräfte mit Tourniquets. Sie können bei lebensbedrohlichen Blutungen entscheidend sein und Leben retten. Hier darf es nicht davon abhängen, ob gerade ein entsprechend ausgestattetes Fahrzeug oder Material in unmittelbarer Nähe ist“, fordert Bodo Pfalzgraf, Landesvorsitzender der DPolG Berlin.
Für die DPolG gehört zur Ausstattung zwingend auch die entsprechende Qualifizierung. Die Kolleginnen und Kollegen müssen regelmäßig darin fortgebildet werden, Tourniquets in einer Einsatzsituation schnell, sicher und fachgerecht anzulegen. Ausrüstung und Ausbildung müssen dabei Hand in Hand gehen.
Erfahrungen aus der Direktion 2 zeigen seit Jahren den Handlungsbedarf
Dass die Forderung keineswegs neu ist, zeigen die Erfahrungen des DPolG-Kreisverbandes Direktion 2. Dessen Vorsitzender Sascha Lebrun verfolgt das Thema bereits seit Jahren. Gerade im Bereich der Direktion 2 gibt es zahlreiche Veranstaltungen und Örtlichkeiten, bei denen besondere Gefahrenlagen entstehen können und die auch als mögliche Ziele für Anschläge in Betracht kommen.
Der DPolG-Kreisverband Dir 2 hat deshalb bereits frühzeitig auf eine bessere Ausstattung gedrängt. Über die Personalratsarbeit konnte erreicht werden, dass auf Kosten der Direktion 2 Tourniquets beschafft und teilweise auf Funkwagen beziehungsweise an Beschäftigte verteilt wurden.
Das war ein wichtiger Anfang – angesichts der Zahl der eingesetzten Kolleginnen und Kollegen jedoch nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.
Aus Sicht der DPolG Berlin darf eine derart wichtige Ausstattung deshalb nicht von einzelnen Initiativen, örtlichen Lösungen oder den finanziellen Möglichkeiten einer Direktion abhängen. Es braucht einen einheitlichen Standard für die Polizei Berlin.
Tourniquets dürfen keine punktuelle Zusatzausstattung einzelner Dienststellen sein. Sie müssen Bestandteil der persönlichen Ausstattung aller Kolleginnen und Kollegen werden, die operativ auf Berlins Straßen ihren Dienst versehen.
Wer von Polizeibeschäftigten erwartet, dass sie in gefährlichen und unübersichtlichen Situationen sofort handeln, Menschen schützen und Erste Hilfe leisten, muss ihnen dafür auch die erforderlichen Mittel an die Hand geben. Dazu gehören für die DPolG Berlin die persönliche Ausstattung mit Tourniquets ebenso wie eine fundierte und regelmäßige Fortbildung in deren Anwendung.
Die DPolG Berlin wird sich weiter dafür einsetzen, dass aus einzelnen Lösungen endlich ein flächendeckender Ausstattungsstandard wird. Denn eine Polizei, die andere schützt, muss auch ihre eigenen Beschäftigten bestmöglich persönlich ausstatten und schützen.
