Brandanschlag auf Starkstromtrasse
Kritische Infrastruktur braucht konsequenten Schutz
Der jüngste linksterroristische Brandanschlag auf eine Starkstromtrasse in Berlin zeigt in aller Deutlichkeit, wie verwundbar unsere kritische Infrastruktur ist. Rund 45.000 Haushalte waren zeitweise ohne Strom und Heizung, das sind Städte wie Lutherstadt Wittenberg oder Bernau. Zusätzlich kam es zu Ausfällen in der Technik der S-Bahn, Krankenhäusern und Altenheimen. Das es hierbei nicht zu schwerwiegenderen Folgen gekommen ist, war Glück – nicht Vorsorge.
Besonders alarmierend: Dies ist bereits der dritte Angriff dieser Größenordnung innerhalb eines Jahres. Wer jetzt noch von Einzelfällen spricht, verkennt die Lage.
Ein strukturelles Problem – und eine bekannte Schwachstelle
Berlin verfügt über ein vergleichsweise gut geschütztes Leitungsnetz. Rund 99 % der Stromtrassen verlaufen unterirdisch. Doch genau das verbleibende 1 % oberirdisch geführter Leitungen stellt eine kritische, leicht angreifbare Schwachstelle dar.
Diese Schwachstelle ist bekannt.
Sie ist technisch überschaubar.
Und sie ist mit verhältnismäßigem Aufwand zu sichern.
Unsere Forderung: Videoschutz jetzt umsetzen
Als Gewerkschaft fordern wir: Einen konsequenten Videoschutz für alle oberirdisch verlaufenden Starkstromtrassen, Leitungsbrücken und Trafohäuser in Berlin.
Berlin verfügt über finanzielle Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur, die genau für solche Maßnahmen vorgesehen sind. Der Schutz kritischer Infrastruktur ist kein Zukunftsthema – er ist eine akute Sicherheitsaufgabe.
Rolle der Polizei: Verantwortung wahrnehmen
Die Polizei steht hier mindestens in einer beratenden, wenn nicht sogar in einer schützenden Pflicht.
Nicht als Allheilmittel, sondern als Teil eines abgestimmten Sicherheitskonzepts aus Technik, Prävention und Lagebewertung.
„Nach dem dritten Angriff dieser Art innerhalb eines Jahres müssen wir davon ausgehen, dass es so weitergeht. Wer kritische Infrastruktur schützt, schützt die Bevölkerung. Und wer das unterlässt, nimmt reale Gefahren billigend in Kauf. Jede größere Baustelle genießt videogestützten Schutz. Das muss hier auch so sein.“ sagt Frank Teichert, stellv. Landesvorsitzender der DPolG Berlin.
Fazit
Angriffe auf Energie-, Wärmeversorgung und Verkehrsinfrastruktur sind keine Sachbeschädigung, sondern Angriffe auf die Funktionsfähigkeit unseres Staates. Jetzt ist der Zeitpunkt, aus Erkenntnissen konsequentes Handeln zu machen.
Wir erwarten, dass der Senat handelt.
Nicht morgen. Jetzt.