26. Oktober 2026

DPolG Berlin im Porträt: Alexander Strauch

Der neue Landestarifbeauftragte stellt sich vor: Ur-Spandauer mit ungewöhnlichem Berufsweg

  • Alexander Strauch, Landestarifbeauftragter der DPolG Berlin, kniet im Vordergrund eines Gruppenfotos mit Mitgliedern der Deutschen Polizeigewerkschaft. Er trägt eine blau-schwarze DPolG-Jacke mit Namensschild. Im Hintergrund sind weitere Gewerkschaftsmitglieder und ein DPolG-Banner zu sehen. Das Titelmotiv trägt die Aufschriften „IM PORTRÄT“ und „Alexander Strauch – Landestarifbeauftragter“.
  • Alexander Strauch, Landestarifbeauftragter der DPolG Berlin, kniet im Vordergrund eines Gruppenfotos mit Mitgliedern der Deutschen Polizeigewerkschaft. Er trägt eine blau-schwarze DPolG-Jacke mit Namensschild. Im Hintergrund sind weitere Gewerkschaftsmitglieder und ein DPolG-Banner zu sehen. Das Titelmotiv trägt die Aufschriften „IM PORTRÄT“ und „Alexander Strauch – Landestarifbeauftragter“.

Vom Zentralen Objektschutz über das Gefangenenwesen zur Begleit- und Verkehrshundertschaft: Alexander Strauch kennt unterschiedliche Arbeitsbereiche der Polizei Berlin. Seit dem Landeskongress 2026 ist der 49-Jährige Landestarifbeauftragter der DPolG Berlin. Was ihn antreibt, welche Erfahrungen ihn geprägt haben und wofür er sich als Gewerkschafter einsetzen will.

Alexander Strauch, den die meisten einfach „Strauchi“ nennen, ist 49 Jahre alt und gebürtiger Spandauer. Sein Vater arbeitete als Dachdecker, seine Mutter als Köchin in einem Kindergarten. Er wuchs mit zwei Schwestern auf und hat selbst eine erwachsene Tochter.

Bevor er 2010 zur Polizei Berlin kam, hatte er bereits mehrere berufliche Ausbildungen absolviert: zum Bauklempner, Offsetdrucker und Flugzeugabfertiger. Der Wechsel zur Polizei hatte damals vor allem familiäre Gründe. Alexander wollte seiner jungen Familie eine verlässliche soziale und finanzielle Absicherung bieten.

Von Objektschutz und Gefangenenwesen zur Begleit- und Verkehrshundertschaft

Seine Laufbahn bei der Polizei Berlin begann Alexander Strauch 2010 im Zentralen Objektschutz (ZOS). Sechs Jahre später wechselte er ins Gefangenenwesen. Dort arbeitete er zunächst fünf Jahre in der Gefangenensammelstelle City und anschließend drei Jahre im Zentralgewahrsam am Tempelhofer Damm.

Seit Mai 2024 gehört er zur 1. Begleit- und Verkehrshundertschaft (BVHu) der Direktion Einsatz und Verkehr. Als Polizeibeschäftigter im Sicherheits- und Ordnungsdienst (PB SOD) übernimmt er unterschiedliche Aufgaben. „Da, wo ich gebraucht werde, da gehe ich hin“, beschreibt er seine Tätigkeit.

Besonders gefällt ihm das dienstliche Motorradfahren. Denn Motorräder gehören auch privat zu seinen großen Leidenschaften. „Wer kann schon Hobby und Beruf verbinden?!“, fragt er.

Sein Dienstplan folgt einem festen Rhythmus: Früh-, Mittel- und Spät- beziehungsweise Nachtdienst mit jeweils zehn Stunden, gefolgt von zwei freien Tagen.

Gefährliche Polizeieinsätze in Berlin: Erfahrungen, die prägen

Nicht alle Erinnerungen an seinen Dienst sind erfreulich. Eine seiner gefährlichsten Situationen erlebte Alexander während seiner Zeit beim Zentralen Objektschutz.

Vier Männer wollten sich gewaltsam und mit einer Schusswaffe Zugang zu einem Nachtclub neben dem Hotel Adlon verschaffen. Die Lage war unübersichtlich. Zum ersten Mal musste Alexander seine Dienstwaffe zur Eigensicherung ziehen.

Dank eines gut eingespielten Teams und schneller Unterstützung konnte die Situation innerhalb kurzer Zeit geklärt werden. „Das war eine Situation, die ich nie vergessen werde“, sagt Alexander. Die Erfahrung fließe seither in seine Entscheidungen ein. „Solche Erfahrungen prägen.“

Auch der Terroranschlag im Umfeld des Berliner Christopher Street Day (CSD) 2026 gehört zu den Ereignissen, die ihm in Erinnerung geblieben sind. Seine Hundertschaft war im Einsatz. Niemand wusste angesichts der unübersichtlichen Lage, wie sich die Situation entwickeln würde. Wieder war es die gute Zusammenarbeit innerhalb des Teams, die Alexander besonders beeindruckte.

Seit 2011 engagiert in der DPolG Berlin

Bereits ein Jahr nach seinem Eintritt in die Polizei wurde Alexander Strauch Mitglied der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) Berlin. Zwei Kollegen, darunter Boris Biedermann, hatten ihn damals für die Gewerkschaft gewonnen.

Bei der Mitgliedschaft allein blieb es nicht. Im damaligen Kreisverband Zentrale Aufgaben gründete er gemeinsam mit anderen ein Betreuungsteam und engagierte sich von Anfang an aktiv für die Interessen seiner Kolleginnen und Kollegen.

Hinzu kommt seine Arbeit in der Personalvertretung: Alexander ist Nachrücker im örtlichen Personalrat der Direktion Einsatz und Verkehr sowie im Gesamtpersonalrat der Polizei Berlin.

Landestarifbeauftragter der DPolG Berlin: Alexander Strauchs neue Aufgabe

Auf dem Landeskongress 2026 wählten die Delegierten Alexander Strauch einstimmig zum neuen Landestarifbeauftragten. Damit gehört er auch dem Landesvorstand der DPolG Berlin an.

Auf die neue Aufgabe freut er sich, insbesondere auf die Zusammenarbeit im Landesvorstand und mit seinem Tarifteam. Seinen Kollegen Carsten Neye und Oli Zeisler dankt er ausdrücklich für ihre Unterstützung.

Eine der größten Herausforderungen sieht Alexander in den kommenden Tarifverhandlungen. Denn gute Arbeitsbedingungen, eine angemessene Bezahlung und berufliche Perspektiven sind für ihn wesentliche Voraussetzungen für einen funktionierenden öffentlichen Dienst.

„Sicherheit kostet viel Geld, benötigt qualifiziertes Personal und die beste Ausrüstung. Leider muss man sich das Budget dafür hart erkämpfen.“

Tarifbeschäftigte der Polizei Berlin: Dafür will sich Alexander Strauch einsetzen

Als Landestarifbeauftragter setzt Alexander Strauch mehrere Schwerpunkte. Dazu gehört vor allem die Modernisierung der Entgeltordnung. Auch ein gleichmäßiger Stufenaufstieg innerhalb der Erfahrungsstufen ist ihm wichtig.

Weitere zentrale Anliegen sind eine bessere Absicherung bei Arbeitsunfällen und Arbeitsunfähigkeit sowie berufliche Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten für alle Beschäftigten im Tarifbereich.

Für Alexander steht fest: Die Leistungen der Tarifbeschäftigten müssen angemessen anerkannt werden. Dafür will er sich gemeinsam mit seinem Team innerhalb der DPolG Berlin einsetzen.

Motorradfahren, Ehrenamt und Reisen: Alexander Strauch privat

Auch außerhalb seines Polizeidienstes ist Alexander vielseitig beschäftigt. Zu seinen Hobbys gehören Motorradfahren sowie die Arbeit an Haus und Garten. Außerdem engagiert er sich als ehrenamtlicher Richter am Sozial- und Arbeitsgericht und ist als Reservist im Heimatschutz der Bundeswehr aktiv.

Wenn er seine Akkus wieder aufladen möchte, zieht es ihn in die Ferne. Am liebsten reist er mit dem Menschen, der ihm besonders viel bedeutet, in warme Länder mit Sandstrand, endlosem Meer und tiefblauem Himmel. Auch andere Kulturen kennenzulernen, gehört für ihn dazu.

Besonders wohl fühlt er sich bisher in der Karibik. Seine Familie ist dabei in Gedanken immer an seiner Seite.

Ob im Polizeidienst, in der Personalvertretung oder künftig als Landestarifbeauftragter: Alexander Strauch setzt auf Teamarbeit, Verlässlichkeit und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

Unsere Partner