Gewalt gegen Ordnungsamtsmitarbeiter in Berlin-Pankow
DPolG Berlin fordert bessere Ausstattung und Schutz für Ordnungsamtsmitarbeiter nach brutalem Angriff in Pankow
Ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes Pankow wurde bei einer Kontrolle von einem Mann schwer verletzt und ins Gesicht gebissen. Die DPolG Berlin fordert jetzt Konsequenzen: einheitliche Schutzausstattung, regelmäßige Selbstverteidigungskurse und flächendeckende Funkgeräte.
DPolG-Forderungen nach dem Angriff
„Wir fordern eine bessere und einheitliche Ausstattung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ordnungsämter sowie regelmäßige Kurse zur Selbstverteidigung“, erklärt der stellvertretende DPolG-Landesvorsitzende Frank Teichert.
Darüber hinaus verlangt die DPolG Berlin ein Ende des seit 2023 laufenden Pilotprojekts zu Funkgeräten. Frank teichert erklärt den Grund: „Es ist inakzeptabel, dass die meisten Ordnungsamtsmitarbeiter noch immer ohne Funkgerät arbeiten müssen. Der Pilotbetrieb muss beendet und Funkgeräte flächendeckend in ganz Berlin eingeführt werden. Nur so ist gewährleistet, dass Beschäftigte jederzeit mit ihrer Leitstelle verbunden sind und im Notfall sofort Hilfe rufen können.“
Warum diese Maßnahmen notwendig sind
„Der Vorfall in Pankow zeigt einmal mehr, welchen Gefahren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ordnungsämter täglich ausgesetzt sind“, so Frank Teichert. „Immer mehr Menschen auf unseren Straßen haben keinen Respekt mehr vor unseren Gesetzen und denjenigen, die für Ordnung sorgen. Wenn ein Polizist angegriffen wird, hat er sein Funkgerät und damit direkten Draht zur Leitstelle. Ordnungsamtsmitarbeiter müssen dagegen im Ernstfall zum Handy greifen – wenn sie überhaupt eins dabei haben. Das ist ein unhaltbarer Zustand.“
Der Fall in Pankow
Am 26. August 2025 wurde ein 30-jähriger Mann am S-Bahnhof Pankow von zwei Ordnungsamtsmitarbeitern angesprochen, nachdem er eine Zigarettenkippe weggeworfen hatte. Als er sich der Kontrolle entziehen wollte, eskalierte die Situation: Der Mann schlug auf einen Mitarbeiter ein, umklammerte ihn, biss ihm ins Gesicht und beleidigte eine weitere Kollegin. Der verletzte Mitarbeiter musste im Krankenhaus behandelt und stationär aufgenommen werden, da der Täter an einer ansteckenden Krankheit leidet.
„Das liest sich wie eine Szene aus einem schlechten Horrorfilm – einem Mitarbeiter wird ein Stück Wange aus dem Gesicht gebissen. Wir müssen uns ernsthaft fragen, was in unserer Gesellschaft falsch läuft“, so Teichert. „Und noch schlimmer: Solche Meldungen schockieren kaum noch. Das ist ein Alarmsignal.“
Unser Appell
Die DPolG Berlin wünscht dem verletzten Kollegen eine schnelle Genesung und hofft auf eine konsequente Bestrafung des Täters. Klar ist aber: Damit sich solche Vorfälle nicht wiederholen, braucht es sofort wirksame Maßnahmen – zum Schutz aller Beschäftigten der Ordnungsämter.
Die Polizei Berlin hat den Fall am 27. August 2025 gemeldet.
