05. Januar 2018

#Fragnach

Nicht alle Wunden sind sichtbar

Wenn zum ganzen persönlichen Alltagsstress noch der Dienst hinzukommt, bleibt vieles unausgesprochen und unbemerkt. Du erscheinst immer pünktlich zum Dienst, in der Regel sogar ein bisschen früher, damit die anderen rechtzeitig Feierabend machen können. Kommst Du einmal zu spät, was kommt dann von den Vorgesetzten und manchen Kollegen? „Ganz schön spät!“ oder „Na, wohl verpennt!“

Hat Dich aber jemals einer ernsthaft gefragt, ob alles in Ordnung ist? Warst Du gedanklich mit irgendetwas beschäftigt, sei es dienstlich oder privat?! Hat Dich das die Zeit vergessen lassen? Vielleicht ist das die Erklärung für Dein Verhalten - oder für das von einem Deiner Kollegen. Frag doch mal nach! 

Wir alle sind Situationen ausgesetzt, die manchmal besonderer Betreuung bedürfen, denn wir arbeiten oft im Extrembereich. Damit ist nicht gleich der Gang zum Psychologen oder zum Seelsorger gemeint, sondern der persönliche Kontakt, um sich innerhalb von Team und Familie auffangen zu lassen. Nicht alle Wunden sind sichtbar. Wir sind zwar die Helden des Alltags, aber auch wir brauchen gelegentlich ein offenes Ohr.

Einen Großteil unserer Zeit verbringen wir mit unseren Kolleginnen und Kollegen. Da ist es umso wichtiger, dass wir jene, mit denen wir täglich unseren Dienst verrichten, auf die wir uns verlassen müssen, ehrlich fragen, wie es ihnen geht. Wir vergessen das hin und wieder, oft aufgrund der Selbstverständlichkeit, dass der Kollege/die Kollegin sowieso da ist -  also kann es ihm/ihr ja nicht schlecht gehen. Oder? Wenn er oder sie nicht da ist, was ist dann? Seien wir ehrlich, dann gibt´s auch mal einen Spruch innerhalb der Dienststelle. Aber zeigen wir wirkliches Interesse an den Problemen unserer Kolleginnen und Kollegen?

Wir können ein wichtiger Teil der Lösung sein, indem wir einfach mal nachfragen: „Wie geht es Dir? Kann ich Dir helfen?“ Also, frag nach - wir alle sind keine Hellseher. Sprich es an, sprich es aus! So bleibt keiner allein. Im Gegenteil: Wir als Polizeifamilie stehen zusammen!

Wir brauchen einander. Denn nach uns kommt nichts.

#Fragnach!

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