Viele Fragen, kaum Antworten
Umstrukturierung im Ordnungsamt Mitte
Seit 1. Januar 2026 führt das Ordnungsamt Mitte weitreichende Veränderungen ein.
Viele Beschäftigte fühlen sich nicht beachtet.
Ein neuer Dienstplan, der Umzug ganzer Bereiche wegen Sanierungsarbeiten und die Neuaufteilung von Dienstgruppen durch ein Losverfahren wurden gleichzeitig umgesetzt.
Diese Schritte betreffen die Beschäftigten stark und greifen tief in private und familiäre Abläufe ein.
Arbeit des Personalrats ernüchtert
Auf Bitte des Personalrats reichten zahlreiche Mitarbeitende im Vorfeld persönliche Schreiben ein. Sie schilderten Belastungen, familiäre Verpflichtungen und konkrete Sorgen. Viele hofften, dass diese Stimmen Gewicht bekommen und in den Entscheidungsprozess einfließen würden.
Doch es kam anders: Die Schreiben wurden weitgehend als gleichartig abgetan und eher als Belastung denn als wichtige Grundlage dargestellt. Zudem ergaben Gespräche, dass zentrale Sorgen der Beschäftigten zunächst gar nicht verstanden worden waren.
Am Ende bezog der Personalrat weder Zustimmung noch Ablehnung – eine Entscheidung, die viele ratlos zurückließ.
Wachsende Zweifel an der Unabhängigkeit
Unter den Beschäftigten entstand der Eindruck, dass einzelne Mitglieder des Gremiums einen engen Austausch mit der Dienststellenleitung pflegen. Dass Entscheidungen des Personalrats fast vollständig mit der Linie der Führung übereinstimmten, verstärkte diesen Eindruck und führte zu wachsendem Misstrauen.
Der Fragenkatalog – eine verpasste Möglichkeit
Ein umfangreicher Fragenkatalog der Mitarbeitenden sollte Klarheit schaffen. Doch die Antworten blieben überwiegend kurz, formelhaft oder ausweichend. Viele Fragen wurden nicht wirklich beantwortet, und der angekündigte persönliche Austausch fand nie statt. „Eine Chance vertan“ – so fühlte es sich für viele an.
Umzug ohne erkennbare Logik
Auch der geplante Umzug des Allgemeinen Ordnungsdienstes und der Verkehrsüberwachung sorgt für Unverständnis, denn gleichzeitig bleibt die Parkraumbewirtschaftung trotz Sanierungsarbeiten am Standort. Zahlreiche alternative Vorschläge der Beschäftigten fanden keine erkennbare Berücksichtigung.
Dienstplan versus Familienfreundlichkeit
Der neue Dienstplan bringt spätere Dienstbeginne und zusätzliche Wochenenddienste. Viele Beschäftigte erklärten, warum dies für ihre Familien kaum machbar ist.
Obwohl die Rahmendienstvereinbarung klar die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fordert, wurden diese Aspekte kaum sichtbar eingebracht.
Auch das Losverfahren zur Neuaufteilung der Dienstgruppen wirkte intransparent. Viele Fragen hierzu blieben offen.
Gerade in Zeiten grundlegender Veränderungen braucht es eine starke Interessenvertretung – und viele hoffen, dass diese Stärke künftig wieder deutlich erkennbar wird.
Euer Lars Golombek, Vorsitzender KV Dir 1
Den kompletten Artikel könnt ihr in unserem Fachmagazin POLIZEISPIEGEL Ausgabe Januar/Februar 2026 nachlesen.
