DPolG Berlin zur Debatte um Elif Eralp und Ibrahim Ibrahim
Elif Eralp, Ibrahim Ibrahim und die Berliner Linke: Frank Teichert warnt vor möglicher Erpressbarkeit
Nach Enthüllungen des SPIEGEL über die Sicherheitsbedenken von Elif Eralp wächst die Debatte über den Einfluss pro-palästinensischer Netzwerke innerhalb der Berliner Linkspartei. Im Tagesspiegel äußert DPolG-Landeschef Frank Teichert die Sorge, dass innerparteilicher Druck die politische Unabhängigkeit Eralps gefährden könnte.
Welche Rolle spielt Ibrahim Ibrahim innerhalb des politischen Umfelds der Berliner Linken? Und wie groß ist der Einfluss seiner Unterstützer auf die Partei, die nach ihrem Wahlsieg vom 20. September 2026 eine Regierungsbildung anstrebt?
Diesen Fragen geht Tagesspiegel-Journalist Pascal Bartosz in seinem Artikel „Linke unter Druck der Palästina-Lobby: Wer ist der Mann, vor dem sich Elif Eralp fürchtet?“ nach.
Frank Teichert: Innerparteilicher Druck könnte Eralp erpressbar machen
Im Gespräch mit dem Autor erklärt Frank Teichert, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) Berlin: „Nicht Ibrahim selbst dürfte Eralps unmittelbare Sorge sein. Denn der klingelt nicht bei ihr zu Hause und läuft auch künftig nicht über die Flure der Senatskanzlei.“
Teichert sieht die mögliche Gefahr vielmehr in den politischen Abhängigkeiten innerhalb der Partei: „Eralp sorgt sich, von eigenen Genossen bedrängt zu werden. Sie fürchtet den Druck der Unterstützer Ibrahims in der Linkspartei, die mit Anti-Israel-Propaganda im Wahlkampf erfolgreich waren und nun berücksichtigt werden wollen. Ihre Angst, den eigenen Pro-Palästina-Funktionären zu missfallen, könnte Eralp aber mittelbar erpressbar machen.“
Der Tagesspiegel beschreibt Ibrahim Ibrahim als einflussreichen Akteur innerhalb pro-palästinensischer Netzwerke in Berlin. Er tritt für das Vereinigte Palästinensische Nationalkomitee (VPNK) auf. Nach Erkenntnissen des Berliner Verfassungsschutzes sind unter dessen Dach auch Anhänger der terroristischen Organisationen Hamas und PFLP aktiv.
Gegen Ibrahim wird wegen des Verdachts von Propagandadelikten ermittelt. Er weist den Vorwurf zurück, Terrorismus zu unterstützen. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Die Frage, welchen Einfluss politische Netzwerke und innerparteiliche Abhängigkeiten auf künftige Regierungsentscheidungen haben könnten, gewinnt damit zusätzlich an Bedeutung.
> Weiterlesen im Tagesspiegel
> Unsere erste Reaktion auf den Wahlsieg der Linken
Bereits am 21. September 2026 hatte die DPolG Berlin vor möglichen Folgen der sicherheitspolitischen Vorstellungen der Linken für die Berliner Polizei gewarnt. In unserem damaligen Beitrag thematisierten wir auch die Anwesenheit von Ibrahim Ibrahim und Issa Remmo bei der Wahlparty der Linken in Neukölln. In der Berichterstattung wurde zudem ein Foto bekannt, das Ibrahim Ibrahim gemeinsam mit dem Linken-Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak zeigt. Koçak distanzierte sich später ausdrücklich von gewalt- und terrorverherrlichenden Aussagen Ibrahims und verwies darauf, dass die Wahlparty öffentlich zugänglich gewesen sei.
Unser Beitrag vom 21. September 2026:https://www.dpolg.berlin/aktuelles/news/berlin-wahl-2026-dpolg-warnt-vor-schwaechung-der-berliner-polizei/
> ZUM HINTERGRUND:
Die Berliner Linken-Politikerin Elif Eralp hat offenbar Angst vor den möglichen Folgen, wenn sie den Namen des pro-palästinensischen Aktivisten Ibrahim Ibrahim öffentlich nennt. Das geht aus internen Anmerkungen zu einem Interview mit dem SPIEGEL hervor, die versehentlich an die Redaktion übermittelt wurden.
Eralp ließ eine Frage zu Ibrahim Ibrahim und ihre Antwort darauf aus dem Interview streichen. In den internen Anmerkungen begründete sie dies mit Sorgen um ihre eigene Sicherheit und die ihrer Familie. Dabei verwies sie auch auf ein früheres Sicherheitsgespräch mit dem Berliner Landeskriminalamt. Dort sei ihr im Zusammenhang mit Organisierter Kriminalität empfohlen worden, öffentlich keine konkreten Namen zu nennen. Ein ausdrücklicher Sicherheitshinweis des LKA zu Ibrahim Ibrahim ist damit allerdings nicht belegt.
Eralp erklärte nach Bekanntwerden der Anmerkungen, sie werde sich von niemandem einschüchtern lassen und konsequent gegen Organisierte Kriminalität, Gewalt und Terrorismus vorgehen.
